Mythbuster: Hühnergötter

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Du warst schon mal in Norddeutschland oder Dänemark an Nord- oder Ostsee im Urlaub und hast Dich über die gelochten Steine gewundert? Dann bist Du durchs Örtchen gelaufen und hast Dich noch mehr gewundert, warum die Leute die Steine an Seilen aufhängen?

Der Mythos
Im nordeuropäischen Raum werden die häufig am Ostsee- und Nordseestrand zu findenden Lochsteine aus Flint als „Hühnergötter“ bezeichnet.

Diesem Mythos liegen angeblich einige Sagen aus dem nord- und osteueropäischem Raum zu Grunde, nach welchen diese Lochsteine Gottheiten zugeordnet worden sind.

Auf der Seite Ostsee.de recht gut wieder gegeben.

Die ganz banale Erklärung
Eine Erklärung, die weitaus simpler ist und völlig ohne göttlichen Mythos auskommt hörte ich vor Kurzem aus dem Büsumer Raum.
Man sammelt die Lochsteine, weil man sie gut an Seile binden kann, dank ihres bereits vorhandenen Loches. Diese Seile hängt man an die Hühnerställe bzw. in die Nähe davon. Der Wind sorgt dafür, das sie ordentlich klappern und Geräusch machen, was die Füchse fernhält.
Somit haben die Steine also eine Schutz(Engel)Funktion und stellen damit die Gottheiten der Hühner da.

Viele hängen diese Steinketten inzwischen gerne an ihren Türbereich, weil es hübsch aussieht und einen maritimen Bezug der Dekoration herstellt. Man kann sich dann auch ein wenig heimelig und beschützt fühlen.

Wie kommt das Loch in die Steine?
Lochsteine bestehen aus Flint bzw. Feuerstein. Dies ist eine amorphe Gesteinsmasse hauptsächlich bestehend aus ausgefälltem Siliciumdioxid mit Wasseranteilen (Silizit, SiO2 · n H2O) und nd Spuren von kristallisiertem Chalzedon, Achat, Opal und Quarz. Häufig sind auch noch Kalkreste aus Meeresablagerungen enthalten. Diese kieselsäurehaltigen Ausfällungen sind in Hohlräume der Kalkablagerungen eingedrungen und haben diese ausgefüllt.
Man geht in der Theorie davon aus, das es sich bei den Löchern um herausgewitterte Kalkablagerungen bzw. Kalkreste handelt.

Alter: ca. 145-66 Millionen Jahre
Zeitalter: Kreide (Cretaceum).

Wozu sind Feuerstein sonst noch gut?
Den Namen Feuerstein bekam dieses Material, weil man damit tatsächlich Funken schlagen kann und ein Feuer entzünden kann. Einfach mal beim nächsten Strandbesuch ausprobieren und nach dem Anschlagen dran riechen.
Vorsicht im Hochsommer, damit kein Brand ausgelöst wird!

Außerdem wurde dieses Material in der Steinzeit, vor allem der Megalithkultur sehr gerne zur Herstellung von Werkzeugen benutzt. Es kann gut geschliffen und in Form gehauen werden. Durch die amorphe, glasartige Struktur lassen sich außerdem messerscharfe Klingen damit herstellen. Allerdings hat dieses Material im Dauereinsatz keine besonders gute Haltbarkeit.

Die Feuersteine stehen unter starker Spannung, man sollte daher auf keinem Fall die Steine auf anderen Steinen zerdeppern. Die Reste spratzen gefährlich durch die Gegend und können einem das Augenlicht kosten, wenn man keine Schutzbrille trägt. Oder jemandem unkontrolliert gegen den Kopf knallen.

Flintstein mit versteinertem Seeigel

Wenn man Glück hat, findet man im Kalkstein auch noch schöne, versteinerte Seeigel!
Feb 828

Bist Du im Sommer gerne am Strand? Dann wünsche ich Dir viel Spaß beim herumsuchen, man findet die erstaunlichsten Dinge!

Viele Grüße, Britta

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